03.06.2009, Stefan Heidenreich

Bildausschnitte sind gefährlich. Das sollten Bildwissenschaftler wissen. Der Forschungs-Schwerpunkt Eikones, eines der prominentesten derartigen Zentren im Bereich der deutschsprachigen Bildwissenschaften, hat unter dem Titel Movens Bild einen umfangreichen Tagungsband vorgelegt. Online sucht man nach den Aufsätzen leider vergeblich.

Wer das Cover des Buches erkennt, ahnt ein wenig, was es mit dem Inhalt auf sich hat. Die Fotos aus Thomas Struths Audience Serie können dem Band ein Bild geben, wird lapidar im Vorwort vermerkt. Wie genau das zu verstehen ist, bleibt offen.

 

31.05.2009, Stefan Heidenreich

Hier 700, dort 2000 Fotos, die nicht veröffentlicht werden. Wir wissen nur, dass es die Bilder gibt. Und wir kennen die Orte, an denen sie entstanden. Hier Berlusconis Villa auf Sardinien. Dort einige US-Militärgefängnisse, wie das berüchtigte Abu Ghraib in Bagdad. Aber es gibt die Bilder nicht zu sehen, sondern nur Beschreibungen der Szenerien, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

 

17.05.2009

Unter dem Titel Videovortex veranstaltet das Institute of Network Cultures in Amsterdam, eine der produktivsten kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute mit Focus auf das Netz, eine Serie von Konferenzen. Ihr Ziel ist, auf das Phänomen Youtube theoretische Antworten zu finden. Die erste Konferenz fand im Januar 2008 in Amsterdam statt, die zweite im Oktober 2008 in Ankara. Nun steht die dritte Ausgabe im kroatischen Split kurz bevor.

Zwischenzeitlich haben Gert Lovink und Sabine Niederer eine Auswahl von Vorträgen als Reader herausgegeben. Das Buch steht auch online zum Download zur Verfügung. Es versammelt mehr als 30 Vorträge und Aufsätze.

In kurzen Stichworten umreißt der Geert Lovink in einem einführenden Text unter dem Titel "The Art of Watching Databases" einige Kernthesen:

The database turn: Wir sehen uns nicht länger Fernsehsendungen oder Filme an. Wir betrachten Datenbanken.

Searchability: Die Jagd nach (und zwischen) bewegten Bilder wird genau so wichtig wie der Blick auf die Suchergebnisse.

WWW-ADHD: Wie kleine Kinder sind wir unfähig, still zu halten während Papa Kino versucht uns seine Geschichte zu erzählen.

24.04.2009

In diesem Frühling wurde die Gesellschaft für interdisziplinäre Bildwissenschaft gegründet, mit Sitz im westfälischen Münster. Die Förderung einer interdisziplinären Bildwissenschaft als eigenständige Grundlagendisziplin sowie die die universitäre Verankerung der interdisziplinären Bildwissenschaft als eigenständige Grundlagendisziplin sind laut Satzung die beiden vorrangiger Ziele des Vereins. Bei der Gründungssitzung in Chemnitz wurde erst einmal erledigt, was Vereine als Gründungsakt zu tun pflegen - Stellen besetzt.

Vorstand wurde der Initiator des Vorhabens, Klaus Sachs-Hombach. Er lehrt Philosophie in Chemnitz.

Zu seinem Stellvertreter wählte man Philipp Stöllger, einen Theologen aus Rostock, wo seit kurzem verstärkt bildwissenschaftliche Studien betrieben werden.

Stefan Meier, im Fach Medienkommunikation in Chemnitz tätig, übernahm den Posten des Schatzmeisters.

Dem erweiterten Vorstand gehören Petra Bernhardt (Politikwissenschaftlerin in Wien), Hans-Dieter Huber (Kunsthistoriker in Stuttgart), Stefanie-Vera Kockot (Kulturwissenschaftlerin aus Zürich) sowie Christoph Wagner (Kunsthistoriker aus Regensburg, fehlt im Bild) an.

Die Gesellschaft wird als Homepage auf die Seite des bereits seit einigen Jahren bestehenden Virtuellen Instituts für Bildwissenschaft zurückgreifen. Zwar sind Naturwissenschaften leider im Vorstand der neuen Gesellschaft nicht vertreten, aber ansonsten ist es gelungen, ein breites Spektrum an Fächern miteinzubeziehen ebenso wie alle Länder des deutschen Sprachraums. Die Aufnahme in die Gesellschaft kann mit einem online abrufbaren Formular beantragt werden.

21.03.2009, Stefan Heidenreich

Dass Kunstgeschichte in den praktischen Umgang mit Bildern übersetzt wird, kommt selten genug vor. Und noch seltener schreibt jemand, der erfolgreich Theorie in Praxis übersetzt, seine Erfahrungen und Ansichten nieder. Unter dem Titel Mediale Wunderkammern erscheinen nun Texte von Hubert Burda aus den letzten Jahren, herausgegeben von Wolfgang Ullrich.

Die Themen reichen von der Rolle der Infografik bis zur Darstellung von Herrschaft und von der Historienmalerei im 18. Jahrhundert - Burda hat über die Darstellung von Ruinen bei dem französischen Maler Hubert Robert promoviert - bis zu den jüngsten Bildstrategien im Netz.

20.03.2009, Stefan Heidenreich

Ein Kinomagazin? Neu gründen? Das hört sich in Zeiten, in denen der Filmbranche noch droht, was die Musikszene gerade durchlebt, und Zeitschriften der Reihe nach eingestellt werden, nahezu absurd an. Wäre das Magazin nichts weiter als ein Heft über Kino, sein Erscheinen käme tatsächlich einer Verzweiflungstat gleich. Aber der Untertitel der Zeitschrift lautet Film / Medien / Kultur und verrät damit schon, dass es um mehr als Filme geht. Tatsächlich drehen sich die Texte um Bilder in einem allgemeineren Sinn, um Leute die Bilder herstellen und um andere, die sie ansehen, sich dazu Gedanken machen und darüber schreiben. Cargo ist eine Illustrierte in einem anderen Sinn. Das Bild ist nicht nur ihr Medium, sondern auch ihr Thema. Dazu kommt, dass fast alles, was im Heft gedruckt ist, online steht. Auf der Seite findet sich dazu noch ein Blog, der nicht nur gut gestaltet ist, sondern auch laufend aktualisiert wird.

 

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