Felix Burda

Warum Felix Burda Memorial Lectures?
                  
Die Dissertation "Andrea Pozzo und die Videokunst" des 2001 im Alter von 33 Jahren an Krebs verstorbenen Felix Burda-Stengel ist eine der wenigen kunstwissenschaftlichen Arbeiten, die sich konsequent um die Überwindung alter Denkbarrieren bemüht und versucht, Kunstgeschichte als eine kohärente Geschichte der Wahrnehmung zu begreifen. Die Analyse der Betrachterperspektive verbindet Epochen übergreifend den barocken Illusionismus mit den Rauminstallationen moderner Videokunst.

Mit seiner Analyse des Blicks und der Frage nach der Rolle des Betrachters hat die Arbeit von Felix Burda-Stengel wichtige Anregungen für eine neue Bildwissenschaft gegeben, wie sie auch in den Felix Burda Memorial Lectures zur Sprache kamen. Die Idee, sich mit Vortrags- und Seminarreihen um eine Bildwissenschaft zu bemühen, geht auf vielfältige Gespräche mit Felix im Familien- und Freundeskreis zurück.
Felix Burda-Stengel wurde 1967 in München als Sohn von Christa Maar und Hubert Burda geboren. Er studierte Kunstgeschichte, Mittelalterliche Geschichte und Volkswirtschaft an den Universitäten in München und Bologna. 1994 schloss er sein Studium mit einer Magisterarbeit über Niccoló dell'Arca und die Arca di San Domenico in Bologna ab. Ab 1994 baute er in München den New World Vision CD-ROM-Verlag auf und leitete ihn bis 1996. An seine Dissertation zum Thema "Andrea Pozzo und die Videokunst" arbeitete er von 1996 bis 1999 bei Professor Hans Belting, an der Staatlichen Hochschule für Kunst und Gestaltung in Karlsruhe.

Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebte Felix Burda-Stengel bis kurz vor seinem Tod in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo er ein Jahr als Visiting Assistant Professor an der Seattle University Kunstgeschichte lehrte.

Aufsätze:

Vom "Bild als Fenster". Zur Virtual Reality, in: Perspektiven. Blicke, Durchblicke, Ausblicke in Natur und Leben, Kunst und Volkskunst. Ausstellungskatalog Schlossmuseum Murnau, Murnau 2000.

"Barocke Installationen". Die Raumkunst des Barocks, gesehen aus dem Blickwinkel der modernen Videokunst, in: Amor Vincit Omnia. Karajan, Monteverdi und die Entwicklung der neuen Medien. Veröffentlichung eines 1999 veranstalteten Symposiums des Herbert von Karajan Centrums in Wien mit Beiträgen von Werner Hofmann, Manfred Angerer, Peter Sloterdijk, Gary Tomlinson, Friedrich Kittler, Willem van Reijen, Silke Leopold, Burghart Schmidt, Peter Godman. Wien 2000; auch in: Hubert Burda? Kunst und Medien. Festschrift zum 60. Geburtstag. Hrsg. von Judith Betzler, München 2000.

Der Kniff mit der Linse. Pausten die Alten Meister ab? Eine Entdeckung, die die Kunstgeschichte revolutionieren könnte, in: Focus Magazin, 17/2000.

 




Andrea Pozzo und die Videokunst.
Neue Überlegungen zum barocken Illusionismus.
Gebr. Mann Verlag.
Berlin 2001.

 

CD-ROM Titel:
Sofies Welt
Mind Revolution
Goethe in Weimar
Bellini