23.12.2007, Stefan Heidenreich

Osterhoff: IMG SRC Worauf seine angekündigten Lösungen zur Bildsuche hinauslaufen, verrät uns der Autor Johannes Osterhoff am Ende nicht wirklich. Aber der Anfang und der Rest seines kleinen Büchleins bereiten ein mögliches Ergebnis gut vor. In einer kleinen Tour werden alle wesentlichen Theorien aufgerufen, die im Umfeld einer - noch zu realisierenden - Bildsuche erwähnenswert sind.

Das beginnt bei Foucaults Essay Dies ist keine Pfeife, behandelt dann die Symboltheorie von Goodman, hält kurz beim Bild-Text-Verhältnis inne, um dann zum Pictorial- und Iconic-Turn und schließlich zum Mnemosyne-Atlas von Warburg fortzuschreiten. Alles auf nicht ganz 20 Seiten und dementsprechend knapp, aber als Einleitung gut zusammengestellt und lesenswert.
Je weiter wir im engeren Sinn zum Problem der digitalen Bildverarbeitung voran kommen, desto detailreicher, aber auch unklarer wird die Lage. Sehr schön ist der Hinweis auf das erste im Netz veröffentlichte Bild und die Diskussionen, die sich rund um die Einführung des Inline Image Tags abspielten.

Von dort aus steuert der Text geradewegs in die Tiefen der Informatik-Debatten zur visuellen Bildsuche.

13.02.2007

Mit Peter Greenaway endete am 9. Februar die Reihe der Berliner Thyssen- Vorlesungen zur Ikonologie der Gegenwart. 111 Jahre lang hat sich das Kino, so der Regisseur, Maler und Autor, nicht weiter entwickelt. You have never seen cinema. Nach wie vor, so Greenaway, sei Kino nichts anderes als  illustrierter Text.

Was sind die grössten Filme der letzten Jahre? Eine rhetorische Frage, die er umgehend selbst beantwortete: Harry Potter und Der Herr der Ringe, beide illustrierte Bücher. Seit 1920 tritt der Film auf der Stelle, findet nicht zum Bild.

Zum einen Mangel kommt im Kino ein zweiter: die falschen Filme sieht ein Publikum, das nie wirklich sehen gelernt hat. Das allgemeine Wissen über Bilder verharrt auf dem Kenntnisstand des  Impressionismus. So bleibt das Kino eine Mischung aus Theater und Literatur, mit Glück kommt etwas Malerei hinzu.

Vor starken Thesen schreckt Greenaway in keinem Moment zurück. Sein enGlauben an die Avantgarden, an den Heroismus der Moderne  vertritt er ungebrochen und mit dem festen Ziel, ihn auf das Kino übertragen.

03.10.2006
Neue Bilderwelten und Wissensräume

„Iconic Worlds“, der zweite interdisziplinäre Reader zu Fragen rund ums Bild, kommt am 2. Oktober in den Handel. Der Iconic Turn, die Wende vom Wort zum Bild, hat unsere Art, Wissen zu generieren, zu strukturieren und zu kommunizieren, grundlegend verändert. „Iconic Worlds“ ist eine Momentaufnahme der neuen Bilderwelten und Wissensräume. Sie spannt den Bogen von der medialen Herrschaftsinszenierung der Antike über moderne Sichtweisen mittelalterlicher Bilderzählungen bis zu den Ikonen des Schreckens von Abu Ghraib.

21.04.2005, Horst Bredekamp

Es bleibt jenseits der Warburg-Mode ein Kern, der bis heute einen Anspruch zu formulieren vermag, wie man mit Bildern umgehen kann. Warburg zeichnet sich dadurch aus, dass er das gesamte Feld der Bilder von der Briefmarke bis zur Primavera Botticellis in den Gegenstands-bereich einer Kunstgeschichte stellt, die sich als Bildwissenschaft definiert.

  1 Kommentar(e)

"Der Papst ist tot, es lebe der Papst" - so könnte das Motto der Papst-Exequien lauten, was so viel heißen würde wie "der Papst ist tot, doch das Papsttum stirbt nie". Um die Unterbrechung der Kontinuität nach dem Tod des Papstes zu kaschieren, erfand die Kirche eine ganz spezielle Bestattungssymbolik.

04.02.2005, Martin Warnke
 Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild

Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild

Iconic Turn Lecture, 03.02.2005

Mit einem Vorwort von Hubert Burda.

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