17.05.2009

Unter dem Titel Videovortex veranstaltet das Institute of Network Cultures in Amsterdam, eine der produktivsten kulturwissenschaftlichen Forschungsinstitute mit Focus auf das Netz, eine Serie von Konferenzen. Ihr Ziel ist, auf das Phänomen Youtube theoretische Antworten zu finden. Die erste Konferenz fand im Januar 2008 in Amsterdam statt, die zweite im Oktober 2008 in Ankara. Nun steht die dritte Ausgabe im kroatischen Split kurz bevor.

Zwischenzeitlich haben Gert Lovink und Sabine Niederer eine Auswahl von Vorträgen als Reader herausgegeben. Das Buch steht auch online zum Download zur Verfügung. Es versammelt mehr als 30 Vorträge und Aufsätze.

In kurzen Stichworten umreißt der Geert Lovink in einem einführenden Text unter dem Titel "The Art of Watching Databases" einige Kernthesen:

The database turn: Wir sehen uns nicht länger Fernsehsendungen oder Filme an. Wir betrachten Datenbanken.

Searchability: Die Jagd nach (und zwischen) bewegten Bilder wird genau so wichtig wie der Blick auf die Suchergebnisse.

WWW-ADHD: Wie kleine Kinder sind wir unfähig, still zu halten während Papa Kino versucht uns seine Geschichte zu erzählen.

20.03.2009, Stefan Heidenreich

Ein Kinomagazin? Neu gründen? Das hört sich in Zeiten, in denen der Filmbranche noch droht, was die Musikszene gerade durchlebt, und Zeitschriften der Reihe nach eingestellt werden, nahezu absurd an. Wäre das Magazin nichts weiter als ein Heft über Kino, sein Erscheinen käme tatsächlich einer Verzweiflungstat gleich. Aber der Untertitel der Zeitschrift lautet Film / Medien / Kultur und verrät damit schon, dass es um mehr als Filme geht. Tatsächlich drehen sich die Texte um Bilder in einem allgemeineren Sinn, um Leute die Bilder herstellen und um andere, die sie ansehen, sich dazu Gedanken machen und darüber schreiben. Cargo ist eine Illustrierte in einem anderen Sinn. Das Bild ist nicht nur ihr Medium, sondern auch ihr Thema. Dazu kommt, dass fast alles, was im Heft gedruckt ist, online steht. Auf der Seite findet sich dazu noch ein Blog, der nicht nur gut gestaltet ist, sondern auch laufend aktualisiert wird.

 

15.12.2008, Stefan Heidenreich
Ein neuer Blog über Bilder

Blogs zur Bildwissenschaft sind in Deutschland rar gesäht. Nun bekomment Iconicturn etwas mehr Gesellschaft. Mit Bildfaehig haben Simon Bieling und Daniel Hornuff einen Blog gegründet, der über die Bilder der zeitgenössischen Kultur mit dem Anspruch differenzierter Klarheit und theoretischer Schärfe berichten will.

Themen waren bislang unter anderem Theorien der Bildauswahl, personalisierte Mobiltelefone oder Suche mit Bildern nach Bildern.

15.11.2008, Stefan Heidenreich

Digitale Medien haben dazu geführt, dass Daten immer direkter in Design und Grafiken einfließen. Zugleich sorgen sie auch dafür, dass längst nicht mehr alles gedruckt werden muss, um visualisiert zu sein. So tritt dieses Buch, das einen Überblick über den Stand der Dinge in Datenflüssen, Design und Visualisierungen gibt, aus dem Reich des digitalen heraus, indem es die Darstellungsverfahren zurück aufs Papier bringt. Und das hat einen ganz bemerkenswerten Effekt. Denn erst beim Durchblättern hat man die verschiedenen Bilder und Verfahren übersichtlich vorliegen, handhabbar und zugleich in Distanz zu dem Bildschirm, für den die meisten entwickelt wurden.

 

09.10.2008, Stefan Heidenreich

Ein Buch mit dem kurzen Titel Bild-Sprache verspricht nicht
weniger als etwas Grundlegendes. Gesche Joost geht es nicht um einen Teil, sondern um Alles, ums Ganze. Um die ganze Sprache des Films.
Wie werden rhetorische Gestaltungsmittel eingesetzt? Welchen Regeln folgt ihr Einsatz? Und wie kann ihre Komposition im Film sichtbar gemacht werden? Das sind die Fragen, die die Autorin beantworten will.

25.09.2008
Hendrik Speck über eine Studie zu Youtube

Lieber Hendrik Speck, die große Studie zu Youtube von Frédéric Philipp Thiele und dir ist gerade fertig geworden. Kannst du uns vor der Veröffentlichung schon ein paar Ergebnisse verraten?

Es handelt sich um ein Forschungsprojekt an der FH Kaiserslautern. Im Zug der Studie wurden die öffentlich zugänglichen Seiten von 6 Millionen Nutzern und 5 Millionen Videos auf Youtube erfaßt und untersucht. Das betrifft die Angaben in den Nutzerprofilen, Alter, Geschlecht, Beziehungsangaben, aber auch wie sich die Nutzer verhalten, welche Videos sie ansehen, was sie kommentieren.

Ist es die erste Studie, die ihr zu dem Thema durchführt?

Es gibt bis jetzt keine vergleichbare Studie im Bereich Youtube. Dazu muss man wissen, daß es sich hierbei um das Verhalten in sogenannten Large Scale Communities handelt mit jeweils mehreren Millionen Datensätzen von Nutzern und Videos. Dies sprengt sowohl methodisch als auch vom Datenumfang her die Ansätze und Verfahren der klassischen Soziologie.

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