21.03.2009, Stefan Heidenreich

Dass Kunstgeschichte in den praktischen Umgang mit Bildern übersetzt wird, kommt selten genug vor. Und noch seltener schreibt jemand, der erfolgreich Theorie in Praxis übersetzt, seine Erfahrungen und Ansichten nieder. Unter dem Titel Mediale Wunderkammern erscheinen nun Texte von Hubert Burda aus den letzten Jahren, herausgegeben von Wolfgang Ullrich.

Die Themen reichen von der Rolle der Infografik bis zur Darstellung von Herrschaft und von der Historienmalerei im 18. Jahrhundert - Burda hat über die Darstellung von Ruinen bei dem französischen Maler Hubert Robert promoviert - bis zu den jüngsten Bildstrategien im Netz.

20.03.2009, Stefan Heidenreich

Ein Kinomagazin? Neu gründen? Das hört sich in Zeiten, in denen der Filmbranche noch droht, was die Musikszene gerade durchlebt, und Zeitschriften der Reihe nach eingestellt werden, nahezu absurd an. Wäre das Magazin nichts weiter als ein Heft über Kino, sein Erscheinen käme tatsächlich einer Verzweiflungstat gleich. Aber der Untertitel der Zeitschrift lautet Film / Medien / Kultur und verrät damit schon, dass es um mehr als Filme geht. Tatsächlich drehen sich die Texte um Bilder in einem allgemeineren Sinn, um Leute die Bilder herstellen und um andere, die sie ansehen, sich dazu Gedanken machen und darüber schreiben. Cargo ist eine Illustrierte in einem anderen Sinn. Das Bild ist nicht nur ihr Medium, sondern auch ihr Thema. Dazu kommt, dass fast alles, was im Heft gedruckt ist, online steht. Auf der Seite findet sich dazu noch ein Blog, der nicht nur gut gestaltet ist, sondern auch laufend aktualisiert wird.

 

24.02.2009, Stefan Heidenreich

Die Wahrheit der Bilder ist eine Frage, die mit der Digitalisierung eine neue Wendung nahm. Seit das Sichtbare im Kern aus Zahlen besteht, will man ihm nicht mehr so recht glauben.

aber diese Frage wird in dem Band über Bildregime des Rechts nur gestreift. Denn sie ist nur eines der vielen Probleme, die sich im Verhältnis von Bildern und Recht stellen.

In ihrem Vorwort sieht die Herausgeberin Cornelia Vissman zwei grundsätzlich verschiedene Beziehung zwischen Bild und Recht am Werk: Bildregime des Rechts sind doppelt beziehbar. Sie meinen Rechtsregeln, die ein Bild normieren, und Bildregeln, denen das Recht unterliegt. Im einen Fall prägt das Recht das Regime des Bildes, im anderen Fall ist das Recht Objekt der Regime des Bildes.

 

09.01.2009, Stefan Heidenreich

Bald 15 Jahre ist jetzt vom Iconic Turn die Rede. Aber hat die Wende zum Bild tatsächlich stattgefunden? Befinden wir uns mittendrin? Oder kommt sie erst noch? Und sie sieht am Ende anders aus, als wir es uns zuerst gedacht haben?

Ich will in drei Thesen zu beschreiben versuchen, was der Iconicturn war, oder besser: nicht war. Was er sein wird. Und wen er betreffen wird.

 

1. Als Mitte der 90er Jahre den Begriff Iconicturn aufkam, fand etwas ganz anderes statt.

2. Der Wandel hin zu den Bildern beginnt erst gerade.

3. Der beginnende Iconic Turn stellt eine große Herausforderung dar, aber wer sie auf Seiten der Wissenschaften annehmen wird, ist noch offen.

 

15.11.2008, Stefan Heidenreich

Digitale Medien haben dazu geführt, dass Daten immer direkter in Design und Grafiken einfließen. Zugleich sorgen sie auch dafür, dass längst nicht mehr alles gedruckt werden muss, um visualisiert zu sein. So tritt dieses Buch, das einen Überblick über den Stand der Dinge in Datenflüssen, Design und Visualisierungen gibt, aus dem Reich des digitalen heraus, indem es die Darstellungsverfahren zurück aufs Papier bringt. Und das hat einen ganz bemerkenswerten Effekt. Denn erst beim Durchblättern hat man die verschiedenen Bilder und Verfahren übersichtlich vorliegen, handhabbar und zugleich in Distanz zu dem Bildschirm, für den die meisten entwickelt wurden.

 

09.10.2008, Stefan Heidenreich

Ein Buch mit dem kurzen Titel Bild-Sprache verspricht nicht
weniger als etwas Grundlegendes. Gesche Joost geht es nicht um einen Teil, sondern um Alles, ums Ganze. Um die ganze Sprache des Films.
Wie werden rhetorische Gestaltungsmittel eingesetzt? Welchen Regeln folgt ihr Einsatz? Und wie kann ihre Komposition im Film sichtbar gemacht werden? Das sind die Fragen, die die Autorin beantworten will.

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