20.03.2009, Stefan Heidenreich

Ein Kinomagazin? Neu gründen? Das hört sich in Zeiten, in denen der Filmbranche noch droht, was die Musikszene gerade durchlebt, und Zeitschriften der Reihe nach eingestellt werden, nahezu absurd an. Wäre das Magazin nichts weiter als ein Heft über Kino, sein Erscheinen käme tatsächlich einer Verzweiflungstat gleich. Aber der Untertitel der Zeitschrift lautet Film / Medien / Kultur und verrät damit schon, dass es um mehr als Filme geht. Tatsächlich drehen sich die Texte um Bilder in einem allgemeineren Sinn, um Leute die Bilder herstellen und um andere, die sie ansehen, sich dazu Gedanken machen und darüber schreiben. Cargo ist eine Illustrierte in einem anderen Sinn. Das Bild ist nicht nur ihr Medium, sondern auch ihr Thema. Dazu kommt, dass fast alles, was im Heft gedruckt ist, online steht. Auf der Seite findet sich dazu noch ein Blog, der nicht nur gut gestaltet ist, sondern auch laufend aktualisiert wird.

 

11.01.2008
Horst Bredekamp bei der Ringvorlesung Dimensionen des Monumentalen

Das Monumentale kehrt im Gewand des Ikonischen wieder. Diesen überraschenden Schluss fand Horst Bredekamp in seiner Vorlesung mit dem Titel Momente des Monumentalen. Als Beispiel dient ihm ein Gebäude des Architekten Rem Koolhaas, das derzeit in Peking gebaut wird.
Der Turm für den staatlichen Rundfunksender CCTV stellt ein Musterbeispiel einer gebauten Ikone dar. Dabei war es gerade Koolhaas, der sich noch 2006 in seinem Beitrag für den Band Iconic Worlds gegen das Ikonische als stilistische und ästhetische Möglichkeit ausgesprochen hat. Doch der Niederländer ist kein Dogmatiker. Er passt seine Ideen den Gegebenheiten an und zögert nicht, seine Gebäude zu Ikonen zu formen, wenn nötig.

 

29.12.2007

Andreas Schelske - nagWenn Kunsthistoriker über Bilder sprechen, die nicht Kunst sind, kommen oft bizarre Thesen zu Stande. Wenn aber Bildwissenschaftler, denen Kunst fremd ist, sich zur Malerei äußern, kann die Sache sehr amüsant werden.

Wie müsste ein Bildmaschine für automatische Malerei konstruiert sein, damit sie in westlichen Gesellschaften so erfolgreich wird wie die digitale Fotokamera oder wie eine Game-Engine für dreidimensionale, fotorealistische
Computerspiele?

Andreas Schelske weiß in der Ausgabe 6 der  Online-Zeitschrift Image eine Antwort. Erst einmal konstatiert er, dass Computer zwar realistische Bilder berechnen können, bei der weniger realistischen Malerei aber bislang noch
kaum eingesetzt werden. Es wäre kein Fehler, sich einmal die jüngeren Bilder von Albert Oehlen zu betrachten.

28.04.2007, Stefan Heidenreich

Der Sammelband MediaArtHistories unternimmt, den Versuch, das Genre der Medienkunst mit ihren verschiedenen Geschichten ein Stück weiter in den Kanon der Kunst einzufügen. Denn noch immer - oder vielleicht auch mehr denn je - ist sie in Galerien, Großausstellungen und Museen kaum vertreten.
Statt dessen ist Medienkunst immer ein Genre geblieben, das in mehr oder weniger geschlossen Kreisen, an wenigen zentralen Orten und in akademischen Zirkeln zirkuliert. Bei dem Versuch, ihre Geschichte zu konstruieren, legt das Buch unfreiwillig einige der Gründe offen, warum Medienkunst eine Nischenkultur geblieben ist, die weder auf Kunst noch auf den Rest der digitale Kultur merklich ausstrahlt. Denn Kunst im allgemeinen kommt gut mit Medien, aber auch ohne ein explizites Genre namens Medienkunst zurecht. Und Medien werden längst nicht mehr von Künstlern und ihren Werken vorangebracht, sondern von Unternehmensgründern und Programmierern.

31.03.2007

copyright: Likebetter.comPairwise heisst ein Service, der die alte, kunsthistorisch so wichtige Doppelprojektion in eine neue Web2-Anwendung eingebaut hat. Die Bildpaare werden bei dem Spiel nicht der Kunstgeschichte zugeordnet, sondern dem einzelnen Betrachter. Er trifft an einer Reihe von Bilder die einfache Wahl, welches ihm jewiels besser gefällt. Ein vergleichbares Präferenz-Prinzip kennt man von Netz-Radio-Seiten wie Pandora oder LastFm. Aus einer Auswahl persönlicher Vorlieben generieren sie individualisierte Charts und Radiosender.

Die Macher von Pairwise sprechen von 'Crowd-sourced Photo-Filtering' - kollektivem Fotofiltern - um die Funktion des Dienstes Likebetter zu beschreiben. Das Prinzip könnte einfacher kaum sein. Der Betrachter wählt Bilder aus, ein Programm gleicht seine Auswahl mit der anderer Teilnehmer ab und erstellt daraus ein Charakterprofil.

31.01.2006
Iconic Turn im digitalen Leben

Buchstaben, Texte und Tastaturen treten zurück, um das Internet Bildern und Tönen zu überlassen. Darin waren sich die meisten Teilnehmer beim Digital Lifestyle Day 2006 mit Martin Varsavsky einig. Wie aber der Iconic Turn in den Netzen aussehen kann, darüber gehen die Ansichten auseinander...

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