24.02.2009, Stefan Heidenreich

Die Wahrheit der Bilder ist eine Frage, die mit der Digitalisierung eine neue Wendung nahm. Seit das Sichtbare im Kern aus Zahlen besteht, will man ihm nicht mehr so recht glauben.

aber diese Frage wird in dem Band über Bildregime des Rechts nur gestreift. Denn sie ist nur eines der vielen Probleme, die sich im Verhältnis von Bildern und Recht stellen.

In ihrem Vorwort sieht die Herausgeberin Cornelia Vissman zwei grundsätzlich verschiedene Beziehung zwischen Bild und Recht am Werk: Bildregime des Rechts sind doppelt beziehbar. Sie meinen Rechtsregeln, die ein Bild normieren, und Bildregeln, denen das Recht unterliegt. Im einen Fall prägt das Recht das Regime des Bildes, im anderen Fall ist das Recht Objekt der Regime des Bildes.

 

09.11.2008, Stefan Heidenreich

Dass Bilder einen Ort haben, ist die Grundannahme des Sammelbandes mit dem Titel Topologien der Bilder. Bild.Körper.Medium heißt das Graduiertenkolleg, aus dessen Umfeld das Buch stammt. Dessen Sprecher Beat Wyss hat versucht, ein wenig Ordnung in den hier vorliegenden Sammelband zu Bildern und Orten zu bringen. Aber die Wege der Bilder sind verworren. Den Sammelband zu lesen ist oft wie in einem Lexikon zu schmökern. Artikel folgt auf Artikel, mal springt man 500 Jahre vor, mal 200 zurück, mal ähneln sich die Themen, mal haben sie nicht das Geringste miteinander zu tun. Nach der Lesart von Wyss entsprechen die Begriffe Bild, Körper und Medium einem ästhetischen, einem bildpraktischen und einem epistemischen Zugriff auf Bilder. In einem weiteren Schritt verbindet er diese Begriffe wiederum mit den drei Peirce'schen Termini Ikon, Index und Symbol.

19.07.2008, Stefan Heidenreich

Keines der großen Bücher von W.J.T.Mitchell wurde je ins Deutsche übersetzt, weder die Iconology von 1986, noch Picture Theory von 1994. Beide Werke geistern seither also kleine Unbekannte durch die hiesigen Leselisten zwischen Kunstgeschichte und Bildwissenschaft, ohne  wirklich wahrgenommen zu werden. Und das nicht von ungefähr.
Nun legt der Suhrkamp-Verlag eine Auswahl von Aufsätzen Mitchells unter dem etwas irreführenden Titel Bildtheorie auf deutsch vor. Das passt in ein akademisches Umfeld, das hierzulande seit ein paar Jahren Zeit debattiert, wie eine Bildwissenschaft zu gründen wäre. Aber gerade die große Theorie dazu liefert Mitchell nicht, und zwar ganz bewusst nicht. Dazu ist er immer ein viel zu unentschiedener Autor gewesen. Den etwas großspurigen Titeln seiner beiden ersten Bücher zum Trotz hat er nie eine geschlossenes theoretisches Gebäude entwickelt.
Iconology nimmt den Titel Panofskys auf, um gegen dessen Methode der Ikonologie oder besser deren zu naive Lesarten zu argumentieren.

25.03.2006

Eine Übersicht über die Neuerscheinungen zu den Themen Iconic Turn, Bildwissenschaften und Visuelle Kultur auf dem deutschssprachigen Buchmakrt.

Unter anderem von Bernd Stiegler, Karlheinz Lüdeking,Gottfried Boehm, Gabriele Brandstätter, Achatz von Müller, Jacques Ranicère, Simon Sheikh und Horst Bredekamp.

(Die Übersicht über die internationalen Neuerscheinungen folgt in Kürze)

19.03.2006, Stefan Heidenreich
Zu einem Vortrag von Maurizio Lazzarato

Der italienische Philosoph Maurizio Lazzarato hat in seinem Buch "Videophilosophie" die Wirkungen der maschinellen Bildtechnologien auf Ästhetik und Wahrnehmung des Visuellen untersucht. In einem Vortrag, den er als Kommentar zu der Projekt "Timescapes" hielt,  verdeutlichte er einige Grundbegriffe seines Denkens. Im Kern steht dabei die a-signifikante Logik der Maschinen: Sie produzieren zwar Zeichen, aber keine Bedeutungen im hergebrachten Sinn.

31.01.2006
Iconic Turn im digitalen Leben

Buchstaben, Texte und Tastaturen treten zurück, um das Internet Bildern und Tönen zu überlassen. Darin waren sich die meisten Teilnehmer beim Digital Lifestyle Day 2006 mit Martin Varsavsky einig. Wie aber der Iconic Turn in den Netzen aussehen kann, darüber gehen die Ansichten auseinander...

1-6 von 13 Beiträgen
1 2 3