Calculating Images, 1

Die Konferenz beginnt mit dem Wortrag von Wolfgang Hagen, per Video aus Berlin zugeschaltet, zum Thema:" There is no such thing as a Digital Image". Im Gegensatz zur Fotografie sind die digitalen Medien im Kern bildlos. Sie erzeugen keine Abbilder mehr im Sinn eines Fotos, sondern sind Messgeräte. Nach Mitchell treten wir damit in die "post-photographic era" ein. Die klassische Physik genügt nicht mehr, um die Prozesse innerhalb der lichtempfindlichen CCD-Chips zu beschreiben. Man benötigt dazu die Quantenmechanik. Damit ist ein grundlegender Wechsel im Charakter der Bilder und dem, was Speichern und Messen heisst, verbunden. Denn Quantenmechanik operiert mit Wahrscheinlichkeit, ihre Messungen unterliegen der Unschärferelation nach Heisenberg. Die digitalen Bilder muessen daher als "zufällig" betrachtet werden. Sie sind nie fertig, sondern können immer wieder neu bearbeitet werden. Es handelt sich nicht um eine Einschreibung mit Sinn der Fotografie.

Harun Badakhshi (Charité Berlin) hat jüngere bildgestütze Verfahren der Medizin vorgestellt und gezeigt, wie Bilder in konkreten therapeutischen Zusammenhängen zum Einsatz kommen.

Lisa Cartwright und Morana Alec sprechen zum Thema "Nervous affinities: Motion MRI and Knowledge in Brain and Spinal Cord Mapping", ausgehend von einem einem Forschungsprojekt der Kognitionswissenschaften, das den wissenschaftlichen Umgang mit Bildern untersucht. Das Bild im Kopf des Forschers, sein Verhältnis zu den Messwerten und der Visualisierung stehen im Vordergrund, ausserdem die immer wieder zu beobachtende Tendenz, den Umgang mit Bildern als anthropomorph und durch Gesten zu beschreiben.

Luc Jaeger berichtet über die Konstruktion von Mikrostrukturen im Nanobereich mit Hilfe von RNA Molekülen. Nach ihm zeigt Eric De Jong 3-dimensional aufgenommene Bilder der jüngsten Mars- und Saturn-Missionen.

Stefan Heidenreich kehrt zum Abschluss des ersten Tages zu Hagens Eingangssatz zurück. Es gibt, genau genommen, auch deshalb keine "digitalen Bilder", da die digitalen Daten nur dann als Bilder gezeigt werden koennen, wenn sie in analoge Signale zurückverwandelt wurden.Entweder sie sind digital oder sie sind Bilder. Zwischen der Ebene der Bits und der des Screens finden all jene Prozesse des Speichers und Übertragens statt, die beeinflussen, wie Bilder zirkulieren und gebraucht werden. Morgen mehr von 2. Tag, it`s (..) raining in southern california. sh

2 Kommentare zu "Calculating Images, 1"
20.01.2006, Kommentar von Anonymous
"body in numbers. medical imaging. strategies/technologies war kein vortrag von cartwrihgt &co, sondern von harun badakhshi (charié berlin).
es ging um die revision der postulierten differenz zwischen repräsentation und intervention.
anhand von beispielen aus der radioonkologie wurde demonstriert, wie bildbasierte/bildgeführte therapiestrategien (ALSO interventionen)auf der basis von computertomographie (CT) durchgeführt werden. computergenerierte bilder(ALSO repräsentation)vom körper sind die basis und die referenz von tumortherapien.
sie sind modulare graphiken auf displays (repräsentation neueren typus) und sie sind "funktion" in einem konkreten therapeutischen zusammenhang (intervention neueren typus).

die adressaten waren die kultur/medien-studien, die an konkreten beispielen aus der technisch-wissenschaftlichen wirklichkeit damit konfrontiert werden sollen, was "science in making" in der praxis bedeutet und wie alte postulate zu revidieren seien.

harun badakhshi, dr. med.
charité (CCM)
berlin
harun.badakhshi@charite.de
20.01.2006, Kommentar von stefan
Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Irrtum im Text behoben.
redaktion@iconicturn.de
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