Web-Video : Kollaboration und Marketing

Entweder es bleibt alles, wie es ist. Oder es ändert sich. Auf die Frage, was Video im Web werden kann, gibt es diese zwei Antworten.
Antwort eins geht davon aus, dass Film und Fernsehen sich einfach so wie sie sind im Internet wiederfinden werden. Dem Kino ist das schon geglückt, allerdings vorwiegend in Tauschbörsen und also kaum zur Freude der Filmemacher und Filmfirmen.
Die Übernahme von Fernseh- Inhalten ist ebenfalls auf dem besten Weg, wie man an Seiten wie Joost sehen kann.

Spannender wird allerdings die zweite Antwort. Denn sie behauptet, dass weder Fernseh- noch Kinoformate den Übergang ins Netz so überleben werden, wie sie heute aussehen. Satt dessen werden wir es mit einer neuen Formaten, neuen Herstellungsweisen und einer neuen Ästhetik zu tun habe. Der Tech-Blog Techcrunch hat jüngst zwei Fälle vorgestellt, die Hinweise geben, wie sich Video im Web entwickeln könte.

Dan Greenberg wirft einen Blick hinter die Kulissen im Kampf um Aufmerkamkeit auf Youtube. Erik Schonfeld weist einen Site hin, wie Videos kollaborativ von Nutzern generieren lässt.

Die Zeiten von Lonelygirl sind langvorbei, als eine Wohnzimmerproduktion ohne großen Aufwand in die Top-Ten bei Youtube kommen konnte. Greenberg plaudert aus seiner Erfahrung als Produzent und entblösst sehr offen, mit welchen Marketing-Massnahmen er dem Launch seiner Videos mittlerweile zum Erfolg verhlfen mus. Sein Post hat zu einer scharfen Diskussion geführt. Spam-Methoden, das Hintergehen der Communities und halblegale virale Werbung wurden ihm vorgeworfen.

Von dem mittlerweile steinigen Weg zu Erfolg abgesehen, verdienen seine formalen Ratschläge teils auch unter ästhetischen Gesichtspunkten Beachtung. Er summiert seine Ratschläge in sechs simplen Tips. Das Video sollte nicht länger als 15 bis 30 Sekunden sein. Es muss sich zum Remix eignen. Überschriften richten sich nach strategischen Erwägungen und können mehrfach geändert werden. Es soll nicht geradewegs wie Werbung aussehen, schockieren und wenn alles nicht hilft, Sex.  Die meisten Punkte stellen sich als trivial heraus. Bemerkenswert sin nur die ersten beiden, denn sie sagen etwas über die Aufmerksamkeitsspanne und über die Umgansformen der Nutzer mit den Bildschnipseln, die als Cut-Up-Momente aktiv weiter verwertet werden.  

Ein Format solch einer Weiterverwertung schlägt die Whoa-Show vor, die zuerst am 1. Dezember online gehen sollte, nun ihren Lanch aber auf Neujahr verschoben hat. Die Produzenten greifen dazu auf den Cadavre exquis, eine an Text und Bild erprobte Methode der Surrealisten zurück. Nutzerkönnen dem bestehdnen Film am Ende neue Videos hinzufügen. 
Ob daraus daraus eine Art von Video-Wiki werden wird, steht in den Sternen. Sicher ist, dass in näherer Zukunft alle aus Texten erprobten Verfahren nutzergenerierter Inhalte an Videos erprobt werden und vielleicht noch neue hinzukommen, die auf audiovisuelle Formate optimiert sein werden. 

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Bild: Aus dem Video Dramatic Look

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