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Workshop: Bilder der Gewalt - Gewalt der Bilder

Referent: Prof. Dr. Peter Sloterdijk

Datum: 17.05.2002
Uhrzeit: 10:00

Ort: lothringer 13 Ort für aktuelle Kunst und neue Medien

Ähnlich wie Brock widmet sich auch Sloterdijk dem Gewaltphänomen in den Medien auf indirekte Weise, indem er anstelle der Wissenschaften mit dem Gewaltmotiv in Kunst und Literatur, insbesondere der Antike, ein Generalthema der menschlichen Zivilisation aufgreift. Gewalt ist darin ein Phänomen zwischen kultureller Bändigung und "Amüsierfaschismus" (insbesondere im römischen Kaiserreich), die nicht nur in einem Medium oder Genre zu suchen ist. Sloterdijk schließt darin an seine Vorredner an, daß er die Verantwortung der Gesellschaft über ihre Bilder von deren Aufgabe für die Vergegenwärtigung und Ausbildung von Individuen und Kulturen herleitet; so sieht er beispielsweise die Zensur von Gewaltdarstellungen an der falschen Stelle ansetzen, wenn sie nicht die Informationsketten selbst unterbricht, welche gesellschaftliche Terror und Krieg zu Ereignissen machen und als solche in die Gesellschaft zurückvermitteln; jene unauslöschliche "Rest-Gewalt" würde dadurch nicht von ihren Begleiterscheinungen der Lustvermarktung und Propaganda abgekoppelt, die die tatsächliche soziale Beschädigung verursacht.

(Matthias Bruhn)




Letzte Änderung 17.01.2006