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Structural Intuitions in Art and Science
(Vortrag in englischer Sprache)


Referent: Prof. Dr. Martin Kemp
Moderator: Prof. Dr. Hubertus Kohle

Datum: 16.12.2002
Uhrzeit: 19:00

Ort: Aula, Ludwig-Maximilians-Universität München,Geschwister-Scholl-Platz 1

The relations between art and science have become of increasing interest in recent years, but discussion tends to become trapped either in the realm of the influence of one on the other or in the area of vague notions of creativity and imagination. I believe that there is another, more productive way of looking at the issue.

 

If we direct our attention to the fundamental level of the way in which something is selectively scrutinised by the artist and scientist, and how those acts are structured, we can gain a better sense of shared intuitions in art and science, and how these intuitions are expressed in images. Images are generally designed to do radically different jobs in art and science, but they carry clear signs of the structural framework of seeing that is their common point of departure - if we know how and where to look.

 

Evidence will be drawn largely from my more recent essays on "Science in Culture" published each month in Nature. The first set of essays were published as Visualizations, and in now seems like a good time, almost three years later, to review what has emerged, as some old themes have been reviewed and new motifs introduced. The images range from "high art" to technical representation in science, and from the Renaissance to the present day. Further evidence will be drawn from our experience in the mounting of the exhibition, Gregor Mendel. The Genius of Genetics in the Abbey of St. Thomas in Brno, where Mendel established his genetic laws.

 

The whole enterprise of my analysis of images is based on a belief that the understanding of visual representation provides an ideal weapon in the fight to break down the disastrous barriers of communication that modern specialisation has erected between the arts and sciences.

 

Die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Kunst sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die Diskussion darüber scheint sich allerdings in den Fallstricken ihrer gegenseitigen Beeinflussung oder in vagen Begriffen von Kreativität und Imagination zu verfangen. Ich bin der Ansicht, dass es einen anderen, konstruktiveren Weg gibt, sich dieser Frage anzunehmen.

 

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die fundamentale Grundlage der Art und Weise lenken, wie eine Sache vom Künstler und Wissenschaftler selektiv betrachtet wird und wie diese Handlungen strukturiert sind, können wir die Intuitionen, die Kunst und Wissenschaft gemeinsam sind, besser verstehen und nachvollziehen, wie diese Intuitionen in Bildern zum Ausdruck kommen. Im Allgemeinen haben Bilder in Kunst und Wissenschaft diametral entgegengesetzte Aufgaben zu erfüllen, aber sie tragen klare Zeichen eines strukturellen Rahmens des „Sehens“, was ihren gemeinsamen Ausgangspunkt bildet – wenn wir wissen, wie und wo wir hinschauen müssen.

 

Die Beweise dafür finden sich im Wesentlichen in meinen aktuellsten Essays „Science in Culture", die monatlich in Nature veröffentlicht werden. Die erste Essay-Reihe erschien unter dem Titel Visualizations. Heute, fast drei Jahre später, scheint mir der richtige Zeitpunkt, um zu beurteilen, was davon übriggeblieben ist, da alte Themen überarbeitet und neue Motive eingeführt wurden. Die Bilder reichen von der „hohen Kunst“ bis zur technischen Darstellung in der Wissenschaft, von der Renaissance bis zur Gegenwart. Zugrunde liegen werden auch unsere Erfahrungen, die wir beim Aufbau der Ausstellung Gregor Mendel. The Genius of Genetics in der Abtei St. Thomas in Brünn gemacht haben, dem Ort, wo Mendel die Gen-Gesetze entdeckte.

 

Meine gesamte Arbeit der Bildanalyse gründet auf dem Glauben, dass das Verstehen visueller Darstellung eine ideale Waffe im Kampf ist, die verhängnisvollen Kommunikationsschranken niederzureißen, die die derzeitige Spezialisierung zwischen Kunst und Wissenschaft aufgebaut hat.

 




Letzte Änderung 17.01.2006