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"Every Picture Tells a Story"
- von ORTEN als AUTOREN - und von unserem digitalen Zeitalter


Referent: Wim Wenders
Moderator: Dr. Wolfgang Herles

Datum: 17.10.2002
Uhrzeit: 19:00

Ort: Aula, Ludwig-Maximilians-Universität, Geschwister-Scholl-Platz 1

Mit seinem Vortrag, "Every Picture tells a Story: Von ORTEN als AUTOREN und von unserem digitalen Zeitalter", hielt Wim Wenders ein leidenschaftliches Plädoyer für die europäische Filmkultur. In Europa mit seinen vielfältigen regionalen Kulturunterschieden spielten die Orte, an denen eine Geschichte spielt, anders als im ort-losen Hollywood-Film immer noch eine große Rolle. In seinen Augen seien Orte sogar die eigentlichen Geschichtengeber. Orte hätten eine eigene Geschichte, und diese verlange, erzählt zu werden. Er sei sozusagen der Vermittler, der von den Orten beauftragt werde, ihre Geschichten zu erzählen. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen die Produktionsumstände dagegen waren, seien alle seine Filme von Orten ausgegangen, die ihn fasziniert und zum Erfinden von Geschichten und Charakteren inspiriert hätten.

 

Mit seinem Vortrag gewährte er Einblicke in die Entstehungsgeschichte seiner großen Filme, die, so Wenders, alle an Originalschauplätzen gedreht wurden. Seine Geschichten entwickelten sich anders als in Hollywood-Filmen nicht entlang der Erzähllinien eines Plots sondern waren angetrieben von der Atmosphäre der Orte, an denen sie spielten. Wo dies nicht der Fall war und der Film, wie im Fall von "Hammett" oder "Der scharlachrote Buchstabe", nicht an Schauplätzen seiner Wahl gedreht wurde, seien die Filme dann leider auch misslungen.

 

"Orte haben ein Gedächtnis. Bilder von Orten enthalten die Geschichten der Orte", so Wenders. Er plädiert dafür, dass in einem zukünftigen Studiengang "Bildwissenschaft" ein Vertreter des "Orts-Sinns" die Interessen von Orten vertritt.




Letzte Änderung 17.01.2006