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Das Unsichtbare sichtbar machen - Nanowissenschaft als Schüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Heckl
Moderator: Ranga Yogeshwar

Datum: 03.07.2003
Uhrzeit: 19:00

Ort: Große Aula der LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1

Am Beginn des neuen Jahrtausends werden in den Forschungslabors die Grundlagen für eine Technologie gelegt, die die Schaffung völlig neuer, für das bloße Auge unsichtbarer Welten in greifbare Nähe zu rücken scheint. Die mit dem Nobelpreis gekrönte Erfindung des Rastertunnelmikroskops durch Gerd Binnig und Heini Rohrer hat es uns zum ersten mal erlaubt, die lange vermutete, aber nie gesehene atomare Struktur der Materie direkt sichtbar zu machen. Die auf der Skala von Milliardstel Meter verborgene Welt der Quantenmechanik wird direkt erfahrbar, ja noch mehr, direkt beeinflussbar. Dies zeigen unsere Experimente der mechanischen Bewegung von einzelnen Molekülen. Wie man Atome nicht nur sehen, sondern ihre kristallographische Anordnung auch zum ersten Mal hören kann, wird durch unser von der Andrea von Braun Stiftung angeregtes Projekt „Atomare Klangwelten“ erstmals öffentlich vorgeführt.

Welche Chancen und Risiken mit der Nanotechnologie verbunden sind, und wie diese Querschnittstechnologie unser zukünftiges Leben beeinflussen könnte, soll an Hand von Beispielen aus den Bereichen Material- und Lebenswissenschaften diskutiert werden. Dabei wollen wir dem Aufruf von Richard Feynman folgen, der schon in den fünfziger Jahren vorhersah: „there is plenty of room at the bottom – an introduction to enter a new world of physics“.

Die heute erst in Ansätzen erkennbare Nanotechnologie wird die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts sein. Unter Nanotechnologie versteht man die direkte Sichtbarmachung, die Kontrolle und die Beeinflussung von Materie auf der Nanometerskala, d.h. bis hinein in den Größenbereich von Proteinen, Molekülen und einzelnen Atomen.

 




Letzte Änderung 17.01.2006