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Der Anteil der Öffentlichkeit an dem neuzeitlichen Herrscherbild

Referent: Prof. Dr. Martin Warnke
Moderator: Prof. Dr. Hubert Burda

Datum: 03.02.2005
Uhrzeit: 19:00

Ort: Große Aula, Ludwig-Maximilians-Universität München

Um 1500 tauchen die ersten Bildnisse in dem relativ neuen Medium der Druckgraphik auf; sie machen noch im Laufe des 16. Jahrhunderts eine Entwicklung durch, welche die physiognomischen Daten immer mehr mit zusätzlichen ikonographischen Argumenten angereichert zeigt. Gleichzeitig breiten sich in der Malerei die Herrscherbilder in religiöser oder mythologischer „Verkleidung“ aus.

 

Die These des Vortrages ist, daß diese Amplifikationen des bloßen Bildnisses mit Rücksicht auf eine frühe Form der Öffentlichkeit geschieht.

 

Im 19. Jahrhundert wandern diese Erweiterungsformen des Herrscherbildnisses in die Karikatur ab. In der Moderne werden die eigentlichen Künste für Herrscherbildnisse nicht mehr herangezogen. Dagegen kann man beobachten, daß in den Massenmedien der neuesten Zeit dem Bildnis der Regenten wieder Merkmale aufgeprägt werden, die von normativen Vorstellungen einer Öffentlichkeit an sie herangetragen werden.

 




Letzte Änderung 17.01.2006