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Das Museum als Bild - Berliner Masterpläne für die Kunst

Referent: Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster

Datum: 24.01.2005
Uhrzeit: 19:00

Ort: Große Aula, Ludwig-Maximilians-Universität München

Museen und Museumsquartiere funktionieren in der öffentlichen Wahrnehmung nur, wenn sie an ihrem Standort ein Bild ergeben. Dieser Aspekt der Bildhaftigkeit lässt sich sowohl für die erste Konzeption der Berliner Museumsinsel als Museumsakropolis oder „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ wie auch für den jetzigen Masterplan konstatieren: Das Museum bedarf notwendig der „schönen Hülle“, da sich ohne sie keine Gedächtnisfunktion einstellt. Ex negativo anschaulich wird dies etwa an der Berliner Gemäldegalerie am Kulturforum, die sich nach außen nicht als Schatzhaus der Alten Meister – und mithin als Bild – artikuliert. Dysfunktionalität, wie bei der Neuen Nationalgalerie, einem Museum ohne Wände, steht dem nicht entgegen – im Gegenteil, gerade schwierig funktionierende Museen wie Frank Lloyd Wrights Guggenheim-Museum sind von hoher Bildhaftigkeit und funktionieren so als Gebäude der Kunst. In diesem Sinne ist das schwierige Berliner Kulturforum möglicherweise gerade die angemessene – aufgebrochene – Hülle für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.




Letzte Änderung 18.01.2006