29.12.2007

Andreas Schelske - nagWenn Kunsthistoriker über Bilder sprechen, die nicht Kunst sind, kommen oft bizarre Thesen zu Stande. Wenn aber Bildwissenschaftler, denen Kunst fremd ist, sich zur Malerei äußern, kann die Sache sehr amüsant werden.

Wie müsste ein Bildmaschine für automatische Malerei konstruiert sein, damit sie in westlichen Gesellschaften so erfolgreich wird wie die digitale Fotokamera oder wie eine Game-Engine für dreidimensionale, fotorealistische
Computerspiele?

Andreas Schelske weiß in der Ausgabe 6 der  Online-Zeitschrift Image eine Antwort. Erst einmal konstatiert er, dass Computer zwar realistische Bilder berechnen können, bei der weniger realistischen Malerei aber bislang noch
kaum eingesetzt werden. Es wäre kein Fehler, sich einmal die jüngeren Bilder von Albert Oehlen zu betrachten.

08.11.2007, Stefan Heidenreich
Mit dem iPhone auf dem Weg zu Alan Kay

aus dem Vortrag von Alan Kay: Doing Things with Images

Als Steve Jobs im Januar auf der MacWorld das iPhone vorstellte, erwähnte er Alan Kay als einen der wichtigen Anreger. Tatsächlich kommt das Handy von Apple dessen Ideen einen großen Schritt näher. Kay war ein Pionier in vielen Bereichen. Er hat nicht nur den ersten Laptop konzipiert und eine der ersten objektorientierten Programmiersprachen entworfen, sondern auch die Idee einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI) entwickelt.

Wie es dazu kam und wie er sich die Zukunft der GUI dachte, hat er in seinem berühmten Vortrag „Doing Things with Images“ aus dem Jahr 1987 rückblickend dargelegt. Im ersten Teil stellt Kay den Stand der Forschung und die wesentlichen Vorarbeiten dar, vor allem von Douglas Engelbart. Im zweiten Teil zeigt er, wie er selbst seit Anfang der 70er Jahre am Xerox-Forschungszentrum PARC in Palo Alto die heute ganz geläufigen, damals aber revolutionären Bildschirmdarstellungen entwickelte.


29.09.2007
Wege in den Raum

Bislang war das Netz weitgehend flach. Doch immer mehr öffnen sich seine Bilder als Fenster in den Raum. Nicht dass 3-Dimensionalität in nächster Zukunft zum Standard werden müsste. Aber aus dem Reich der realen Köper reicht sie immer weiter hinein in den Bereich der ehemals flachen digitalen Bilder.

Auf diesem Weg sind die Bilder selbst die größte Hürde. Denn sie entstehen als Fläche und radieren den Raum aus. Um so dringender sucht man nach Verfahren, die Fläche wieder in den Raum zurück zu rechnen. Um sie dann so in einer räumlichen Umgebung verortet wieder am Bildschirm und also flächig ausgeben zu können.

Von den vielen Wegen in den virtuellen Raum seien hier nur 3 gezeigt. Sie reichen vom einzelnen Gesicht über das Urlaubs-Landschaftsphoto bis zur Satellitenaufnahme.  

12.09.2007

In einer Slideshow mit 10 Bildern zeigt der Designer John Maeda, wie er zum jüngsten Cover für das Magazin Key gekommen ist. 

Maeda kommnetiert jeden Schritt einzeln. Ausgangspunkt ist der Schlüssel, Leitmotiv aller Cover des Immobilienmagazins. Dann erfolgt die Wahl von Vorder- und Hintergrund. 12 Entwürfe hat der Designer der Redaktion eingereicht. Einer, den er als Google Mappish Mondrian beschrieben hat, wird genommen. Die Metapher der Karte wählt er als Hintergrund aus und baut eine Google-Map mit Zentrum Boston ein, seinem Wohnort. In Die Karte zeichnet er die  Luftwege zum Flughafen, was zu Lesbarkeitsproblemen mit der Schlüsselform führt. Die Karte macht er blau, der Schlüssel färbt er rot, die Helligkeit wird korrigiert. Die Basis bleibt beim alten, sieht aber nach der Korrektur ganz anders aus - das Cover ist fertig. Un die keline Serie von zehn Bildern hat einen visuellen Denkweg nachvollzogen.

28.04.2007, Stefan Heidenreich

Der Sammelband MediaArtHistories unternimmt, den Versuch, das Genre der Medienkunst mit ihren verschiedenen Geschichten ein Stück weiter in den Kanon der Kunst einzufügen. Denn noch immer - oder vielleicht auch mehr denn je - ist sie in Galerien, Großausstellungen und Museen kaum vertreten.
Statt dessen ist Medienkunst immer ein Genre geblieben, das in mehr oder weniger geschlossen Kreisen, an wenigen zentralen Orten und in akademischen Zirkeln zirkuliert. Bei dem Versuch, ihre Geschichte zu konstruieren, legt das Buch unfreiwillig einige der Gründe offen, warum Medienkunst eine Nischenkultur geblieben ist, die weder auf Kunst noch auf den Rest der digitale Kultur merklich ausstrahlt. Denn Kunst im allgemeinen kommt gut mit Medien, aber auch ohne ein explizites Genre namens Medienkunst zurecht. Und Medien werden längst nicht mehr von Künstlern und ihren Werken vorangebracht, sondern von Unternehmensgründern und Programmierern.

13.02.2007

Mit Peter Greenaway endete am 9. Februar die Reihe der Berliner Thyssen- Vorlesungen zur Ikonologie der Gegenwart. 111 Jahre lang hat sich das Kino, so der Regisseur, Maler und Autor, nicht weiter entwickelt. You have never seen cinema. Nach wie vor, so Greenaway, sei Kino nichts anderes als  illustrierter Text.

Was sind die grössten Filme der letzten Jahre? Eine rhetorische Frage, die er umgehend selbst beantwortete: Harry Potter und Der Herr der Ringe, beide illustrierte Bücher. Seit 1920 tritt der Film auf der Stelle, findet nicht zum Bild.

Zum einen Mangel kommt im Kino ein zweiter: die falschen Filme sieht ein Publikum, das nie wirklich sehen gelernt hat. Das allgemeine Wissen über Bilder verharrt auf dem Kenntnisstand des  Impressionismus. So bleibt das Kino eine Mischung aus Theater und Literatur, mit Glück kommt etwas Malerei hinzu.

Vor starken Thesen schreckt Greenaway in keinem Moment zurück. Sein enGlauben an die Avantgarden, an den Heroismus der Moderne  vertritt er ungebrochen und mit dem festen Ziel, ihn auf das Kino übertragen.

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